Ausgesetztes Mini-Schaf nirgends willkommen…

access_time 03-05-2019

Mitte Februar bekamen wir eine E-Mail:

„In der Nähe meiner Wohnung, in einem Naturgebiet, ist bei einem meiner Nachbarn ein Bock ausgesetzt worden. Das Tier ist zahm, aber nicht registriert. Jetzt sitzt der arme zwischen den Stühlen, denn der Tiernotruf sagt, dass er keine Schafe transportieren darf, und die Polizei weigert sich. Inzwischen droht meiner Nachbarin eine Strafe, weil sie ein unregistriertes Schaf hält, aber sie kann das Tier nirgends abgeben.“

Außerdem sagte die Frau, dass sie der Gemeinde ebenfalls nicht sehr vertraue, denn falls das Tier als Fundstück behandelt werden würde, wäre es durchaus möglich, dass es „vernichtet“ werden würde, falls niemand es abholen würde. Wir fanden es unzumutbar, wie der Tiernotruf und die Polizei damit umgingen, denn wegschauen hilft dem armen Bock schließlich auch nicht. Auch versprachen wir, uns bei unseren Schafsfreunden umzuhören, ob noch irgendwo ein Platz frei war. Auf den Fotos war deutlich zu sehen, dass es sich um ein Minischaf der Rasse Ouessant handelte, darum hatten wir Hoffnung, dass irgendwo doch noch ein Platz für das Tier wäre.

Leider stellte sich heraus, dass er Bock bei unseren Kontakten doch nicht so einfach unterzubringen war, aber wir hörten nichts mehr und gingen darum davon aus, dass alles ein gutes Ende genommen hatte.

Bis wir Mitte März wiederum eine E-Mail erhielten, mit demselben Inhalt. Das Böckchen lief also noch immer in der Nachbarschaft herum, und die Situation hatte sich nicht geändert. Wir schrieben zurück, dass wir ihn in unsere Herde aufnehmen würden, falls jemand sich traute, ihn in sein Auto zu setzen und zu uns zu bringen. Denn registriert oder nicht, ein Schaf sollte nicht auf der Straße umherrennen und den Fahrradfahrern nachlaufen…

Die Frau, die die letzte E-Mail schrieb, fasste sich ein Herz und brachte den Bock, der in der Nachbarschaft bereits Rambo genannt wurde, zu Melief. Es stellte sich heraus, dass Rambo noch nicht kastriert war, was die große Anziehungskraft einer Weide mit Auen in der Nähe seines Aussetzplatzes erklärte. Rambo erweist sich als unternehmungslustiges Kerlchen. Bald schon wird er die Herde verstärken, wo er in Pietro einen Rassegenossen treffen wird.

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